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Aufgemöbelt: 50er Jahre Küchenvitrine

Ab und an habe auch ich einfach mal richtig Glück – zum Beispiel, als ich neulich bei ebay Kleinanzeigen auf eine 50er Jahre Küchenvitrine gestossen bin. So eine wollte ich schon seit Ewigkeiten haben und das Angebot war auch noch umsonst! Perfekt!

Eigentlich dachte ich, dass ich die Vitrine lassen kann, wie sie ist, aber bei näherer Betrachtung bröckelte der Lack und eine Seite war überhaupt nicht lackiert. Musste also unbedingt überarbeitet werden, und wenn schon ein neuer Anstrich sein muss, dann soll der auch fetzen, dachte ich. Die Wahl fiel also auf ein knalliges Rot und ein zartes Rosa für die Innenwände und Regalbretter.

vitrine_haupt_wm

Es war viel Arbeit und jede Menge Sauerei, aber ich habe auch einiges dazu gelernt. Für eure nächsten Aufmöbel-Aktionen habe ich deshalb hier ein paar Tipps gesammelt.

 

vitrine_vor_nach_wmHier der direkte Vergleich der Originalvitrine und der neu gestrichenen Version

 

1. Schrankpapier entfernen/putzen

Um das Putzen kommt man nicht herum, wenn man etwas restauriert. In meiner Vitrine war noch altes Schrankpapier, das man nur schwer abbekommen hat, weil es komplett angeleimt war. In solchen Fällen hilft Seifenlauge Wunder. Durchnässt das Schrankpapier komplett und lasst die Lauge kurz einwirken, dann könnt ihr es einfach abziehen.

2. Rost entfernen

Natürlich habe ich alle Schrauben, Griffe, Schlösser etc. vor dem Abschleifen entfernt. Einige waren ziemlich verrostet. Mein Lieblings Baumarkt-Verkäufer hat mir deshalb den Tipp mit der Cola gegeben (anstatt mir 10 € teuren Rostentferner anzudrehen). Die kann man in eine Schüssel kippen und die Einzelteile über Nacht einlegen. Am nächsten Morgen die Teile einzeln rausnehmen und sofort mit einem Tuch gut abwischen. Mit Wasser abspülen und trocken föhnen.

3. Abschleifen

Die Vorarbeit – vor allem das Abschleifen ist zwar sehr wichtig für das Ergebnis, aber man kann sich hier auch leicht viel mehr Arbeit machen, als notwendig. Entfernt den alten Lack mit dem Schleifgerät. Meine Vitrine wurde vorher schon mal restauriert, deswegen kam unter der Lackschicht eine Zweite zum Vorschein. Die hielt allerdings bombenfest. In so einem Fall reicht es völlig aus, wenn ihr den Lack nur anschleift und vor dem Lackieren eine Schicht Haftgrund auftragt.

Und ein weiterer Schleiftipp – tut es nicht in geschlossenen Räumen. 😉 Ich habe es ausprobiert (‘wird schon nicht soooo schlimm sein’) und man büßt es mit unendlich viel Geputze und dem Absaugen der Wände…

4. Geruch entfernen

Ihr kennt bestimmt den muffigen Geruch, der aus alten Möbeln nur schwer rauszukriegen ist. Hier hilft eine Schale frisch gemahlener Kaffee. Einfach ein paar Tage in den geschlossenen Schrank stellen.

 

vitrine_waage1_wm

Insgesamt habe ich ca. 10 Stunden Arbeit  und ca. 70 € Materialkosten in die Vitrine gesteckt. Ich bin total zufrieden mit dem Ergebnis und habe jetzt ein neues ‘Herzstück’ in meiner Wohnung. Besonders die kleinen Glasschübe, in der ich Backutensilien aufbewahre, haben es mir angetan. Außerdem hat die Vitrine eine ausziehbare Arbeitsplatte. Das ist natürlich super praktisch, vor allem, weil ich akuten Mangel an Arbeitsfläche in der Küche habe – naja, hatte.

Auf jeden Fall werde ich jetzt öfter mal die Augen offen halten und mir ansehen, was die Leute so los werden möchten. Und jetzt geht’s weiter zum creadienstag.

Liebe Grüße und bis bald!

Liska

32 Kommentare

  1. Wow! Was für ein tolles Ergebnis! Ich bin begeistert. Und vielen Dank für die tollen Tipps. Ich habe eine alte Kommode zum Aufhübschen geschenkt bekommen und werde als erstes den Kaffee-Trick ausprobieren. :-) Viel Spaß mit Deiner neuen Vitrine!

    Liebe Grüße,
    Kerstin

    • Liska sagt

      Danke, liebe Kerstin! Da bin ich ja mal gespannt… Würde mich freuen, wenn Du mir einen Link schickst, wenn Deine Kommode fertig ist!

  2. Wow! Da hast du ja mal Glück gehabt! Deine Überarbeitung ist auch richtig toll und um die integrierte Arbeitsplatte beneide ich dich sehr

    Liebe Grüße
    Svenja

  3. Super schön!Ich liebe es auch alte Möbel auf zu bereiten, aber Schleifen finde ich echt zum kotzen… ich streiche lieber 😉 Bei uns steht so ein hübsches Teil im Schlafzimmer, in knallgelb!
    Liebste Grüße
    Johanna

    • Liska sagt

      Ja, das Schleifen kann ich auch nicht wirklich leiden – das streichen dafür um so mehr. Knallgelb ist super! Hatte ich anfangs auch überlegt, aber Rot passt so gut zu meiner Kitchen Aid 😉

  4. auch wenn die Farbe jetzt eher nicht so meins ist, passt sie doch genau zu der tollen Vitrine!
    die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt. und danke für die Tipps, ich werde definitiv draußen schleifen…

    LG
    sjoe

  5. Liebe Liska,
    danke für die tollen Tipps. Ich bin immer über die Geheimtipps der “Fachleute” dankbar. Spart so manchen Cent und schont die Umwelt. Die Idee mit dem Kaffee muss ich sofort ausprobieren, denn ich habe eine alte Kommode, die einen unangenehmen Geruch verströmt und an die Wäsche verteilt.
    Liebe Grüße
    Claudia
    P.S. Der Küchenschrank ist 1a geworden. Auch die Farbe gefällt mir, mutig gewählt! 😉

  6. Ein gelungenes Projekt. Die Farbe ist der der Hammer. Schön finde ich es, wie Du die Farbe mit Accessoires weiterführst, das kommt auch auf den Fotos sehr gut! Kleine Details mit großer Wirkung!
    Liebe Grüße, Cora

    • Liska sagt

      Ohh, Danke! Ja, es sind eben die kleinen Dinge, auf die es ankommt – genau wie im Leben

  7. Die Vitrine ist echt super geworden.
    Die Tipps hätte ich eher brauchen können 😉

    LG Anja

  8. Wow, das sieht total toll aus. Vielleicht bekomme ich ja auch mal die Gelegenheit Möbel aufzumöbeln (haha, tolles Wortspiel). Und deinen Blog mag ich auch wirklich gerne.
    Liebe Grüße
    Uli

  9. Hach, da könnte ich ja gleich neidisch werden! Sehr schön ist es geworden! Bei meiner Faulheit wäre es wohl im Originalzustand verblieben (hüstel) obwohl so von weitem sieht es auch da noch ganz gut aus.
    gruß r

    • Liska sagt

      Ja, ich dachte auch erst, ich lasse sie weiß, aber die Vitrine war doch ziemlich abgewetzt und etwas unappetittlich…

  10. Wow, was für ein tolles Schmuckstück! Ich bin ein Fan von solchen Vintage-Möbeln. Leider fehlt mir häufig die Vorstellung was man aus so einen abgegriffenen Möbelstück rausholen kann.
    Lg Corinna

  11. Da kannst Du aber richtig stolz sein auf deine Arbeit, es hat sich 100% gelohnt und das Ergebnis ist grandios geworden! Respekt vor so einer Möbelrestaurierung!

    Liebe Grüße von Jenny

  12. Sieht prima aus! Die Vitrine könnte ich mir in meiner Küche auch gut vorstellen. Und eines habe ich gelernt:Auf Cola werde ich zunächst verzichten.

    • Liska sagt

      Danke crischo! Wiso verzichtest Du jetzt auf Cola? Ist es Dir etwa zu gruselig “Rostentferner” zu trinken? :-)

  13. Wow! Der Schrank ist super schön geworden. Ein richtiger Hingucker! Und 10 Std. Arbeit sind je eigentlich gar nicht so viel. Wir haben erst einen alten Kaufmannsladen ein bisschen gepimpt und das hat auch schon einige Zeit gedauert.

    Liebe Grüße
    Denise

    • Liska sagt

      Ja, es ging echt. Allerdings hat das Putzen bestimmt nochmal 3 Stunden gedauert, die ich nicht mitgezählt habe 😉 So eine Sauerei…

  14. Ohhhh ich bin verliebt,

    Ich schaue ja auch immer, ob ich so ein Schätzchen mal finde – auch wenn mein Mann da meinen Geschmack überhaupt nicht teilt 😉
    ich würde dir den sofort mopsen, ist 100% mein Geschmack, er wäre bei mir auch rot geworden.
    Die sauerei hat sich sowas von gelohnt!
    Hach ich bin neidisch. 😉

    herzliche Grüße
    Janin

  15. Ich sehe rot! Ich glaube, ich bin verliebt! Herzchen!!! Der Schrank ist ja soooo… hübsch! Den würde ich auch gerne in meiner Wohnung haben! Der ist wirklich großartig geworden. So ein Unterschied! Unglaublich!!! (Der Schrank war ja im Original eigentlich der Horror.)
    Ganz liebe Grüße… Michaela

    • Liska sagt

      Wow, Du hast mich erschreckt mit Deinem Gekreische 😀
      Freut mich, dass Dir die Vitrine so gut gefällt.
      Liebe Grüße
      Liska

  16. Ohohoh, ist die schöööön! Ich bin auch gerade dabei eine alte Vitrine aufzumöbeln, deshalb kann ich nur sagen: “Hab besten Dank für die Tipps”. Viele Grüße, Kukla

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